Saison 20/21 aus der Sicht der Trainer

Wir haben eine ungewöhnliche Saison erfolgreich abgeschlossen und ein Interview mit unseren Trainern der ersten Mannschaften geführt.
Das Frauenteam wurde Vize-Meister in der 1.Bundesliga und das Herrenteam hat die B-Gruppe der 1.Bundesliga gewonnen. Zurzeit sind beide Teams in der Sommerpause, doch bald geht es mit den Vorbereitungen für die nächste Saison wieder los.
Wir haben mit George, Trainer der Damen und Marek, Trainer der Herren gesprochen.


Wir: Gratulieren Euch zur erfolgreichen Saison! Wie war die Saison? Was war die größte Herausforderung?

Marek: Die Saison 2020/2021 war aufgrund der Corona-Situation sehr kräftezehrend und schwierig. Dank des Engagements von Tim Wollthan und des gesamten Teams war es uns möglich im heimischen Hallenbad überhaupt zu trainieren. Besonders schwierig war es die Trainingseinheiten wie gewohnt durchzuführen. Nur unter der Einhaltung der Abstandsregel und der Kontaktverbote war es uns möglich zu trainieren, was sich für eine Kontaktsportart wie Wasserball sehr schwierig herausstellte. Auch die Ungewissheit ob und wann die Saison starten wird, setzte uns und den Spielern sehr zu. Es war sehr schwer die Motivation der Spieler aufrecht zu erhalten. Hier möchte ich den Spielern der    1. Mannschaft ein großes Lob aussprechen, dass sie trotzdem hart trainiert und Engagement gezeigt haben.

George: Die Saison war für uns alle sehr hart, wie auch für den Rest der Welt. Wir mussten uns an die Situation anpassen, sie akzeptieren und damit leben.  Jede Woche war eine neue Herausforderung. Wir wussten nicht, ob wir die Chance hatten, zu trainieren oder nicht, ob und wann wir die Spiele spielen, ob wir gesund sein werden, um trainieren zu können.
Wir sind sehr froh, dass wir am Ende die Chance hatten, die Bundesliga zu spielen, auch wenn es ein kurzer Meisterschaftsmodus war. Es war eine Erleichterung und ein Lichtblick in Richtung normales Leben für die Mannschaft, auch wenn das Ergebnis nicht das war, was wir wollten.
Die größte Herausforderung bestand darin, die Motivation hochzuhalten. Wie gesagt, es war eine verrückte Saison mit vielen Höhen und Tiefen und die Angst vor dem Unbekannten machte es noch schwieriger. Ich habe versucht, das Training abwechslungsreich zu gestalten und ich wollte keinen Stress auf die Schultern der Mädels legen. Ich wollte, dass sie das Gefühl haben, dass sie in einer sicheren Umgebung sind. Sie sollten vergessen, was zu Hause, in der Schule, in der Uni oder bei der Arbeit passiert ist, und ich denke, wir haben es gemeinsam geschafft.

Der Kapitän der Herrenmannschaft Gergö Kovács

Wir: Marek, wieso hat der Sprung in die A-Gruppe nicht geklappt? Hätte die Mannschaft den Aufstieg verdient?

Marek: Das Ziel vor der Saison war der Aufstieg in die A-Gruppe. Nachdem die Mannschaft alle Spiele in der eigenen Gruppe gewonnen hatte, fuhren wir nach Hannover, um die A-Gruppen-Qualifikation gegen die White Sharks zu spielen. Leider mussten wir die Spiele ohne 3 Leistungsträger antreten. Während der gesamten Spiele hatten wir auf einem ähnlich hohen Niveau gespielt und hatten große Chancen diese auch zu gewinnen. In dem entscheidenden Spiel hatten wir 7:4 geführt und dann doch leider mit 7:8 verloren. Ich bin sehr stolz auf meine Jungs, dass sie wie Krieger gekämpft haben.
Ich bin überzeugt, dass das Team sich gut in der A-Gruppe beweisen kann.


Wir: George, warum konnte die Mannschaft gegen Spandau nur einmal gewinnen?

Nun, im Finale hatten wir nur ein Spiel in Vollzeit verloren. Spandau hat ein großartiges Team mit erfahrenen Spielerinnen und im letzten Spiel hat ihnen das sehr geholfen. In den entscheidenden Momenten hatten sie einen klaren Kopf, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das war der Unterschied.

Unsere Seidenstadtgirls beim Einschwören vor dem Spiel

Wir: George, was muss das Team ändern? Auf welchen Dingen können wir aufbauen?

George: Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir außerhalb des Wassers arbeiten und natürlich müssen wir die Art und Weise ändern, wie wir die Spiele angehen und wahrnehmen. Das ist etwas, das wir durch die Spiele lernen können, weil das Team jung ist und nicht viel Erfahrung hat. Auf das stärker gewordene Teamgefüge können wir aufbauen. Dieses verrückte Jahr hat uns viele Dinge gelehrt und ich denke, wenn wir mit der positiven – familiären Atmosphäre, die wir haben, weitermachen und beginnen und erkennen, dass wir füreinander kämpfen und spielen müssen und nicht dafür das unsere Namen in den Zeitungen stehen, dann können wir sagen, dass wir einen Schritt nach vorne machen können.

Wir: George, was würdest du im Nachhinein anders machen?

George: Ich hätte einigen Spielerinnen noch mehr Vertrauen entgegenbringen müssen.

Wir: Marek, konntest du die jungen und neuen Spieler gut in die Mannschaft integrieren?

Marek: Dank der vorherigen guten Jugendarbeit von Milos Sekulic konnte ich auf vier qualifizierte U-18 Spieler zurückgreifen, die gut im Herrenbereich mithalten konnten. Sie waren zum Teil sogar Leistungsträger der Mannschaft.

Wir: Was ist das Ziel für die nächste Saison?

Marek: Ich hoffe, dass wir in der nächsten Saison unter normaleren Bedingungen trainieren und spielen können und dann unser ganzes Potenzial unter Beweis stellen können.

George: Wir möchten nächste Saison, unter hoffentlich normalen Bedingungen, noch besser werden und nach Titeln greifen.

Wir: George, wie werden wir es schaffen nächste Saison besser zu sein?

George: Wir müssen noch härter arbeiten, um die Mannschaft zu verbessern, mehr mit den jüngeren Spielern arbeiten, weil sie die Zukunft des Vereins sind. Wir sind kein Verein, der Transfers tätigen kann, also sind unsere jungen Spielerinnen unser Vermächtnis, in Ihnen steckt das Potenzial, dass für die Zukunft wichtig wird und das zum Vorschein kommen muss.

Wir: Ihr seid jetzt in der Sommerpause. Wann fangen die Trainingseinheiten wieder an?

George: Wir werden Ende August mit der Vorbereitung auf die nächste Saison beginnen.

Marek: Wir werden nach dem 20.August wieder ins Training einsteigen.

Wir: Was ist das nächste „Event“?

George: Die nächste Veranstaltung ist der Supercup und der Pokal im Oktober.

Wir: Was ist notwendig, um Wasserball in Deutschland und beim SV Bayer besser zu machen?

George: Das Schwierigste in Deutschland ist, einige Meinungen zu ändern. Ich glaube, wenn es einen klaren Plan gibt und Menschen mit neuen und kreativen Ideen, Vertrauen und Unterstützung in diese Ideen, dann können wir ein Gespräch über die Zukunft des deutschen Wasserballs beginnen. Wenn sie in alten Ideen stecken bleiben und glauben, dass: „Das ist die Art und Weise, wie wir das immer gemacht haben … und das ist der richtige Weg“ dann wird sich nichts ändern.

Marek: Wichtig ist, dass wir in der Zukunft die Jugendarbeit und die Zusammenarbeit mit den Schwimmern fördern, um den deutschen Wasserball aufrecht erhalten zu können.

Wir: Habt ihr noch was auf dem Herzen?

Marek: Ja, ich möchte mich herzlich für die letzte Saison bei Gergö Kovacs und Ben Brauer bedanken, die uns bedauerlicherweise in dieser Saison verlassen. Für ihren weiteren Weg wünsche ich ihnen alles Gute.  Außerdem möchte ich Gunter Archinger und Tim Wollthan und in besonderem Maße Rainer Hoppe meinen Dank für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit aussprechen.


Vielen Dank und viel Erfolg in der kommenden Saison!