Corona-Pandemie trifft auch die Wasserballer – Marek Debski und Rainer Hoppe im Interview

Im Sommer letzten Jahres konnte der SV Bayer 08 den renommierten Trainer Marek Debski verpflichten. Der 44-jährige Familienvater und Diplomsportlehrer sowie ehemalige polnische Nationalspieler ist im Wasserball kein Unbekannter.

Im Interview erzählen er und Rainer Hoppe über das Training der letzten Monate und die anvisierten Ziele.

Herr Hoppe, wie hat die Corona-Pause den Wasserball, sowohl Spielbetrieb als auch das Vereinstraining, beeinflusst?

Der SV Bayer 08 hat in der Krise Haltung bewiesen und diese als Chance begriffen. Der Spielbetrieb wurde seitens des Vereins Mitte März aus Fürsorge für alle Beteiligten eingestellt. Auch wenn es für den Sport und die SportlerInnen eine schwierige Zeit war, waren diese konsequenten Maßnahmen alternativlos. 

Es wurde in dieser Phase sehr professionell und besonnen agiert und alle Möglichkeiten zur Fortführung des Vereinslebens und des Sportbetriebs wurden ausgeschöpft. So wurden beispielsweise Trainings über die digitalen Medien angeboten und Teambesprechungen als Videokonferenzen abgehalten. 

Erfreulicherweise konnten wir so unser Training von der Basis der „Pirates“ bis zu den Bundesligateams und den Masters aufrechterhalten und im Juni wieder nahezu uneingeschränkt trainieren, so dass die Vorbereitungen auf die neue Saison voll im Gange sind. 

Wir konnten Mannschaften in der Bundesliga zusammenhalten und sogar verstärken, so dass sich die seriöse Arbeit der letzten Jahre auszuzahlen scheint. Wir sehen mit Spannung und optimistisch in die neue Saison. 

Welche langfristigen Ziele verfolgen die Wasserballteams des SV Bayer Uerdingen?

Der Wasserballsport wird im SV Bayer 08 als lebensbegleitender Gesamtprozess verstanden. Von der Nachwuchsarbeit über den Leistungssport bis zu den Masters werden alle Facetten angeboten. Die Grundlage ist die Jugendarbeit, die mit den „Pirates“ eine fruchtbare Plattform erhalten haben. Allerdings möchten wir auch im Spitzensport mitmischen. So haben speziell der weibliche Nachwuchs sowie die Frauen eine Vormachtstellung im deutschen Wasserball erreicht. Die Herren sind auch auf einem guten Weg, Anschluss an die deutsche Elite zu finden. 

Möglich wird das nur, indem wir ein professionelles Angebot mit Trainingsmöglichkeiten und TrainerInnen schaffen und die Athletinnen auch in der parallelen Karriere -Schule, Ausbildung, Studium und Beruf- unterstützen.

Dieses Engagement des SV Bayer 08 wurde auch honoriert, so dass der Verein als Landes- sowie Bundesstützpunkt etabliert wurde.

Wir werden diesen Weg langfristig weiterverfolgen.

Herr Debski, wie waren die ersten Monate mit dem neuen Team?

Der erste Eindruck war und ist sehr positiv: beim SV Bayer 08 gibt es viele nette Menschen und die Athleten werden zu Höchstleistungen motiviert. Dennoch waren die ersten Monate mit dem neuen Team eine Herausforderung. Ich musste mich zum einem wieder an die organisatorische Arbeit gewöhnen, die die Aufgabe als Trainer mit sich bringt. Zudem musste ich die Jungs erst einmal kennenlernen, genau wie auch sie mich erst einmal kennenlernen mussten.

Wie sieht das Saisonziel aus?

Mein persönliches Saisonziel ist, dass wir so gut spielen, wie es geht und so viele Punkte wie möglich sammeln. Ich wünsche mir, dass jeder Spieler sein Bestes gibt und seine Leistung verbessern beziehungsweise steigern wird. Im Hinterkopf bleibt natürlich immer auch der Aufstieg, aber da müssen wir von Spiel zu Spiel schauen.

Was zeichnet das Team aus? Welche Stärken hat es?

Wir haben ein junges, schnelles und talentiertes Team – mit ein paar sehr erfahrenen Spielern. Ich erhoffe mir, dass diese Mischung unsere Stärke wird. Ich bin der Meinung, dass auch der Teamspirit und die gute Atmosphäre im Team dabei eine große Rolle spielen wird.

Ein Auszug des Artikels ist in der Winterausgabe unseres Vereinsmagazins NULL8 erschienen.