Emilie Boll wird deutsche Vizemeisterin

Medaillen und Überraschungen geht eine lange Saison erfolgreich zu Ende.

Die Deutschen Meisterschaften in der Bundeshauptstadt waren für die Athleten des SV Bayer Uerdingen 08 ein fantastischer Abschluss der aktuellen Saison. Mit dem deutschen Vizemeistertitel für Emilie Boll, einer überraschenden Bronzemedaille über 100m Brust und neuen Bestzeiten im Gepäck kehrten die fünf Uerdinger am späten Samstagabend zurück an den Waldsee.

Staunen und Begeisterung auf allen Seiten gab es bereits am Freitag, nachdem die besten acht Brustschwimmerinnen Deutschlands das 100m Finalrennen beendet hatten. Denn es war Emilie Boll, die sich für alle überraschend zunächst die Finalteilnahme sicherte (1:10,83 im Vorlauf) und sich dann in einem hochintensiven und schnellen Rennen mit nur 3/100stel Vorsprung auf Platz vier die Bronzemedaille (1:09,78 Minuten) erkämpfte. Dies bedeutete zudem die Silbermedaille in der Juniorenwertung der Jahrgänge 200/2001. Ihre Bestzeit aus dem Vorjahr verbesserte sie dabei um mehr als zwei Sekunden. Damit hat selbst ihr Trainer Klaas Fokken nicht gerechnet. „Emilie hat alles umgesetzt, was wir vorab besprochen hatten. Aber dass es am Ende für eine Medaille reichen wird, ist einfach nur klasse.“ Eine Medaille auf einer olympischen Strecke hatte zuletzt Steffen Driesen vor 11 Jahren mit an den Waldsee bringen können. Auch Paula Schulte startete am Freitag über 100m Brust. Im Vorlauf gab es für eine neue Bestzeit von 1:14,75 Minuten und damit den achten Platz in der Juniorenwertung. 

Und am Samstag folgte gleich der zweite Streich. Emilie und Paula nahmen die 50m Brust in Angriff und damit die Strecke, auf der sie ihre Stärke am Besten ausspielen können. So auch im DM-Becken. Es war erneut Emilie Boll, die sich ins A-Finale katapultierte und für die nächste Medaille für Uerdingen sorgte. Bereits im Vorlauf deutete Emilie an, dass sie nach dem Erfolg vom Vortag Lust auf mehr hatte. Als zweite und mit 0:32,01 Minuten ging sie ins Rennen der besten acht in Deutschland. Im Finallauf wurde sie schließlich hinter der WM-Siebten Anna Elendt in 0:32,11 Minuten hervorragende deutsche Vizemeisterin. Für eine Finalteilnahme reichte es für Paula zwar nicht, aber mit Platz vier in der Juniorenwertung und 0:33,95 Minuten kann auch sie durchaus zufrieden sein.

Am Samstag kamen auch Amelie Palm, Florian Schenzer (beide 200m Freistil) und Pia Hüfken (50m Freistil) zum Zug. Schenzer, der am Vortag mit der 4x100m Staffel der SG Bayer auf Rang 10 abschloss, erreichte über die 200m Freistil in neuer persönlicher Bestzeit (1:56,59) Platz 31 in der offenen Klasse. Die erst 15-jährige Amelie Palm kam bei ihrer ersten DM auf Platz 28 (2:09,63 Minuten) und blieb dabei nur knapp über ihrer Bestzeit von den deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Für Pia Hüfken lief es über 50m Freistil leider nicht ganz optimal. Sie schlug nach 0:28,15 Minuten an und blieb damit über ihrer Bestzeit von 0,27,27 Minuten. Allerdings hat sie im Saisonverlauf mehrfach bewiesen, dass sie deutlich schneller schwimmen kann und sich damit auch die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft gesichert. 

Trainer Klaas Fokken resümiert die beiden Tage in Berlin. „Ich bin unglaublich stolz. Zwei Medaillen in der offenen Klasse, wieder neue Bestzeiten und hervorragende Wettkämpfe auf allerhöchstem Niveau. Wir haben wirklich hart und intensiv für diese Erfolge gearbeitet. Umso mehr freue ich mich, dass insbesondere die Athleten die Früchte für ihren Fleiß ernten.“

Mit den aus Uerdinger Sicht überaus erfolgreichen Deutschen Meisterschaften geht nun eine lange Saison für die Schwimmerinnen und Schwimmer zu Ende. Aber die Vorbereitung ruft schon wieder.

Während ein Großteil der Mannschaften bereits in einer Woche ins Training einsteigen wird, haben die fünf DM-Teilnehmer noch etwas länger Zeit sich zu erholen, bevor Mitte September wieder die ersten Wettkämpfe anstehen.